Rückblick. Für den Gießener Anzeiger habe ich 1996 einen Schrankenwärter in seinem Schrankenwärterhäuschen besucht. Das Häuschen existiert – Stand 2026 – längst nicht mehr. Der Bahnübergang in Gießen ist seit vielen Jahren vollautomatisch geregelt. Zwei Schienenpaare queren an dieser Stelle gleich zwei Straßen – Liebigstraße und Frankfurter Straße. Letztere ist eine Hauptverkehrsachse und Teil der B3. Die Gleise verbinden den Gießener Hauptbahnhof, der gut 300 Meter Luftlinie entfernt ist, zum einen als Vogelsbergbahn über Gießen-Rödgen, Grünberg und Alsfeld mit Fulda, zum anderen als Lahn-Kinzig-Bahn über Lich und Hungen mit Nidda und Gelnhausen.
Dem Artikel und seinem Layout merkt man seine Vergangenheit an. Er besitzt wenige Absätze, wenig Weißraum und keine Zwischenüberschriften, die das Ganze auflockern. Dass dieser Artikel eine Lesegeschichte ist und nichts mit der „normalen“ Berichterstattung auf der Lokalseite zu tun hat, wird nicht deutlich. Das wäre heute sicher anders gelöst worden.
Ich erinnere mich auch gut 30 Jahre später noch sehr gut an diesen Besuch im Schrankenwärterhäuschen. Die Atmosphäre war beeindruckend, die Ruhe dort oben mit dem Blick auf die belebte Straße spannend. Und ich wollte dort schon immer mal rein: Wir haben, bevor ich in die Schule kam, nicht weit entfernt gewohnt. Im nahegelegenen St. Josefskrankenhaus habe ich meinen Zivildienst geleistet und dort jedesmal das Gebimmel gehört, das ertönte, bevor sich die Schranken gesenkt haben.








